Schlaf

Zurzeit herrscht die große Meinung, dass das Eulen- und Lerchenmodell eine wissenschaftlich erwiesene Tatsache sei. Das ist ein Irrglaube. Dieses Modell ist nur eine unbewiesene Theorie, welche sich aus der reinen Beobachtung der Früh- und Spätaufsteher speist. Das diese Verhältnisse existieren, ist durchaus richtig. Was mich daran stört ist, dass man es ohne handfesten Beweis lieber an den Genen festmacht, statt an den offensichtlichen Dingen.

Um das besser zu verstehen, ist erstmal etwas Grundwissen erforderlich. Der Biorythmus jedes Lebewesens wird von der Wechselwirkung mit Hormonen und Lichtverhältnissen bestimmt. Serotonin ist beispielsweise ein Wachmacher und wird bei einem eher blauen Lichtspektrum ausgeschüttet. Dieses Spektrum dominiert bei Sonnenaufgang sehr stark. Melatonin ist hingegen ein Müdemacher. Dieser wird bei roten Lichtspektren vermehrt ausgeschüttet, welche den Sonnenuntergang dominieren. So funktioniert das in etwa bei tagaktiven Tieren. Bei nachtaktiven Tieren ist es logischerweise ein wenig anders.

Zum Früh- und Spätaufsteher-Phänomen kommt es meiner Theorie nach nun aber nicht wegen den Genen. Die Gene haben damit überhaupt nichts zutun. Die Ursache liegt in den etlichen Reizen, welche unser Hormonsystem ins Schwanken bringen. Alltägliche Reize werden scheinbar extrem unterschätzt. Sowohl in der Mainstream-Wissenschaft als auch in der Schulmedizin. Dabei üben sie jeden Tag, jede Stunde, jede Sekunde ihren Einfluss auf uns aus. Für mich ist es daher ganz logisch, dass sie auch unseren Alltag mitbestimmen. Erst einmal seien da ungesunde Ernährung, chemische Pflegeprodukte und zu wenig Körperaktivität genannt. Desweiteren aber auch unsere Alltagsstrukturen, welche durch Arbeit bestimmt und durch emotionalen Stress begleitet werden. Dieser Stress ist ganz entscheidend. Durch die hohen Arbeitszeiten, finden wir kaum noch Zeit uns mit uns selbst zu beschäftigen. Den Dingen, die mit uns und in uns passieren. Das Nachdenken über- und Verarbeiten von Gefühlen und Geschehnissen. Das braucht unsere Psyche um überhaupt zur Ruhe zu kommen.

Noch wichtiger als das ist aber die Frage, welchen Lichtverhältnissen wir uns überhaupt aussetzen. Wir sind heutzutage ständig umgeben von künstlichem Blaulicht in Form von digitalen Bildschirmen, Nachtlaternen, Glühbirnen und so weiter. Diese Lichter wirken sich sehr auf unser Hormonsystem aus. Besonders wenn man bis in die Nacht hinein am Zocken oder Chatten ist. Ein weiteres wesentliches Problem sind Fensterbedeckungen. Viele Menschen schlafen nur noch in absoluter Dunkelheit. Doch wenn kein Licht durch die Fenster, ins Zimmer kommt, dann können auch keine Wachhormone produziert und ausgeschüttet werden. Ich halte es auch für möglich, dass Kinder und Säuglinge davon unheilbare Fehlentwicklungen davon tragen können, wenn man alles abschottet. Folglich ist man beim Klingeln des Weckers noch oft im Tiefschlaf. Desweiteren spielen auch Substanzen wie Koffein, Nikotin, Alkohol, Medikamente und andere Dinge eine wesentliche Rolle. Und Krankheiten natürlich ebenfalls. Nichts davon scheint aber wirklich essentiell zu sein. Es sind lediglich Einflüsse, die erst im Zusammenspiel unseren Rhythmus komplett durcheinander bringen. Aber ich habe ein paar Tipps für euch, wie ihr das relativ leicht in den Griff bekommen könnt.

Tipp 1: Bedeckt eure Fenster nur soweit, dass euer Kopf vor direkter Einstrahlung geschützt ist, damit euch nachts die Laternen oder das Mondlicht nicht stören. Andere Bereiche von Fenstern sollten offen bleiben, damit morgens Licht ins Zimmer kommt.

Tipp 2: Nehmt euch Morgens nach dem Aufwachen und Abends vor dem Einschlafen 30-60 Minuten Zeit für euch selbst. Deaktiviert digitale Medien und haltet euch von den genannten Substanzen fern. Lest ein Buch, hört beruhigende Musik, macht ein paar Kerzen an, esst vielleicht etwas Obst oder trinkt einen Tee oder warme Milch (oder auch Kakao), kombiniert ein paar dieser Dinge. Tut eurer Seele etwas Gutes, damit sie Stress abbaut und ohne Stress in den Tag startet.

Tipp 3: Sorgt für leise Hintergrundgeräusche in Form von Natursounds wie Wind, Regen, Vogelgesang. Diese dienen unserem Kopf als Resonanz auf unsere Umwelt und beruhigen ihn sehr. Auf Youtube gibt es unzählige solcher Videos, die man sich runterladen kann. Oder lasst alternativ einfach das Fenster auf Kipp.

Tipp 4: Morgens in die Wechseldusche. Ja, ich weiß, es ist gerade morgens sehr unbequem. Aber gerade deswegen profitiert man am Meisten davon. Danach seit ihr hellwach und topfit und auf Dauer könnt ihr so euren Hormonhaushalt auf eine entsprechende Uhrzeit nachhaltig konditionieren. Ein warmes Bad am Abend ist aber auch sehr entspannend und förderlich zum Einschlafen.

Gebt eurem Körper etwas Zeit um sich auf die neue Situation umzustellen. Das kann je nach Lebensstil schon einige Wochen dauern. Aber so werdet ihr relativ schnell lernen zwischen 6-8 Uhr automatisch wach zu werden, ohne großartig müde zu sein. Und wenn ihr frühestens um 9 bei der Arbeit sein müsst, werdet ihr nicht einmal mehr einen Wecker brauchen.

1.4.16 12:32

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